„Was passiert mit denen, die zurückbleiben?“

<br/>Erleichterung und Angst auf einem Bild: 15 Frauen und Kinder mit einer Behinderung werden mit Kleinbussen aus der Ukraine nach Kaufbeuren gebracht. Begleitet werden Sie durch Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren (links im Bild) und Dr. Katharina Haberkorn vom Bezirk Schwaben. Die letzte Nacht haben sie gemeinsam in einem kleinen Hotel direkt an der rumänisch-ukrainischen Grenze verbracht. Für heute wird die Ankunft an der der ungarischen Grenze anvisiert. „Jeder hier hat nur einen Rucksack dabei, die Kinder mit einer Behinderung, die nicht laufen können, werden in Buggys transportiert. Und trotzdem ist die Erleichterung zu spüren,“ schildert Prestele die Situation vor Ort.

Erleichterung und Angst auf einem Bild: 15 Frauen und Kinder mit einer Behinderung werden mit Kleinbussen aus der Ukraine nach Kaufbeuren gebracht. Begleitet werden Sie durch Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren (links im Bild) und Dr. Katharina Haberkorn vom Bezirk Schwaben. Die letzte Nacht haben sie gemeinsam in einem kleinen Hotel direkt an der rumänisch-ukrainischen Grenze verbracht. Für heute wird die Ankunft an der der ungarischen Grenze anvisiert. „Jeder hier hat nur einen Rucksack dabei, die Kinder mit einer Behinderung, die nicht laufen können, werden in Buggys transportiert. Und trotzdem ist die Erleichterung zu spüren,“ schildert Prestele die Situation vor Ort.

Ukraine-Krise: In Kleinbussen der Lebenshilfe sind Frauen und Kinder mit einer Behinderung auf dem Weg nach Kaufbeuren. Bewegende Szenen vor Ort, Geldspenden dringend nötig

„Wir hätten viel mehr Leute mitnehmen können, an der Grenze ist so viel Verzweiflung zu sehen,“ schildert Klaus Prestele, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren heute Morgen die Situation an der ukrainisch-rumänischen Grenze. Prestele, der osteuropäische Wissenschaften studiert hat und Initiator der Ukraine-Kooperationen der Lebenshilfe ist, hat sich am Montag mit Dr. Katharina Haberkorn vom Europabüro des Bezirk Schwaben in einem Kleinbus der Lebenshilfe auf dem Weg gemacht, um Mütter und deren Kinder mit einer geistigen Behinderung der Partnerorganisation in der westukrainischen Region Tscherniwzi nach Kaufbeuren zu holen. Denn die Flucht mit einem Kind mit einer Behinderung und der Grenzübergang ist für Betroffene nur schwer möglich.

Da aus den zunächst neun Personen zwölf geworden sind – u.a. noch eine Frau mit einer körperlichen Behinderung und die Freundin eines ukrainischen Lebenshilfe-Praktikanten - wurde kurzerhand ein rumänischer Fahrer inkl. Bus organisiert, der den Konvoi nun bis zur ungarischen Grenze zurück begleitet. Dort erwartet die Gruppe voraussichtlich heute Abend ein Kleinbus mit zwei Mitarbeitern des Stadtjugendrings Kaufbeuren. „Es ist kaum mit Worten zu beschreiben, was da gerade passiert. Alle Mütter und Kinder, die wir begleiten, sind traumatisiert und extrem verunsichert,“ schildert Klaus Prestele bei einem Telefonat.

Seit Jahren arbeiten die Lebenshilfe und die ukrainischen Organisationen „Dzvinochok“ (zu Deutsch: Glöckchen) und die Elterninitiative „Träume der besonderen Kinder“ in der westukrainischen Region Tscherniwzi eng zusammen. Bei den Betroffenen vor Ort, die nicht fliehen können, seien derzeit vor allem die Gedanken, so Prestele. „Menschen mit einer Behinderung und deren Familien zählen in der Ukraine sowieso schon zu den Schwächsten. Eine Flucht mit einem schwerstbehinderten Kind ist kaum vorstellbar.“ Daher bleiben die meisten Familien zurück in der Kriegsregion, das Rehabilitationszentrum hat seit letzter Woche geschlossen.

Umso wichtiger sei es, die Organisationen vor Ort mit Geldspenden zu unterstützen, damit Bedarfe gestillt werden können, die dort anfallen. Von Sachspenden nimmt Prestele ausdrücklich Abstand, da diese seiner aktuellen Erfahrungen nach an der rumänisch-ukrainischen Grenze für chaotische Zustände sorgen und dort nicht benötigt werden. Denn dort stellen Vertreter rumänischer Hilfsorganisationen eine professionelle Erstversorgung bereit. „Jede Geldspende wird flexibel vor Ort für anfallende Bedarfe in unseren Partnerorganisationen verwendet und kommt auf direktem Wege den Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung unbürokratisch zugute. Wir aus der Ferne können die Bedarfe vor Ort nicht beurteilen, daher ist die finanzielle Unterstützung unserer Partnerorganisationen die beste Hilfe für die Menschen dort“.

Der Konvoi der Lebenshilfe wird für Freitag oder Samstag in Kaufbeuren erwartet. Die Mütter und ihre Kinder – die Väter dürfen nicht ausreisen – werden in Einrichtungen der Lebenshilfe und im Crescentia-Kloster untergebracht. Vor Ort stehen Fachkräfte der Lebenshilfe bereit, um den traumatisierten Familien beizustehen und die Kinder mit Behinderung entsprechend fördern zu können.

Spenden an: Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren e.V., Verwendungszweck: Ukraine, IBAN DE48 7345 0000 0000 0147 95, Sparkasse Kaufbeuren

 

Bild: Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren

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